Süchtig nach Kartenlegen - Was kann man dagegen tun?

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Süchtig nach Kartenlegen - Was kann man dagegen tun?

Beitrag  Tigermaus am So 1 Feb 2009 - 18:53

ich hab mir heute nochmal die threads zum thema kartenlegen durchgelesen und mir so meine gedanken dazu gemacht.

seid geraumer zeit ist mir klar, dass ich ein gewisses suchtverhalten an den tag lege. ja... sogar fast täglich eine kartenlegerin oder ein medium befrage. weil ich einfach nicht weiß, wie ich das alles ohne beistand schaffen soll.

seid nun bald zwei jahren mache ich auch eine therapie und hab vor einem halben jahr auch mit meiner therapeutin über das problem mit den kartenlegen gesprochen.

da das ganze einfach verdammt viel geld kostet und ich mir das jetzt letzten endes wirklich sparen möchte (und auch muß) will ich die ganze sache aktiv angehen.

ich weiß, was die hintergründe sind, warum ich immer wieder bei kartenlegern anrufe. ich fühle mich unendlich einsam, kann mich aber gleichzeitig nicht anderen menschen öffnen. zu den kartenlegern habe ich keine persönliche beziehung und muß mich vor ihnen nicht schämen. es kommt keine ablehnung sondern immer nur zuspruch, was ich dringend brauche.

all diese dinge sind mir klar und bewußt. auch noch viele andere dinge, auf die ich jetzt nicht unbedingt eingehen möchte.

und trotzdem schaffe ich es nicht davon los zu kommen. manchmal schaffe ich es ein oder gar zwei wochen niemanden an zu rufen. drei wochen war bisher das höchste. aber dann passiert wieder irgendetwas und ich bin wieder total drin.

es ist ein suchtverhalten. mir ist es klar. es ist wie das rauchen. du hörst auf .. und nach ein paar wochen sagst du dir: eine .. nur eine einzige .. und dann bist du wieder voll dabei und rauchst wieder eine schachtel (*lach* nur so nebenbei .. ich rauche nicht).

tja .. und nun ist die frage, wie kann man es wirklich schaffen davon weg zu kommen?

ich hab den interessanten ansatz von schnucke gelesen .. aus psychologischer sicht ist es also sinnvoll sich erstmal das thema esotherik und kartenlegen im ganzen zu meiden, bis man stabil genug ist, sich dem ganzen auf einer lockeren ebene zu widmen.

das hab ich versucht. ich hab mich aus diesem forum verabschiedet. ich hab meine eigene kartenlegeambitionen verbannt. hab für niemanden mehr gelegt. nicht mal für freunde.

aber es war nicht möglich.. ständig diese stimmen in meinem kopf.. diese komischen zufälle (ich hab sie selbst so betitelt), immer wieder kamen menschen auf mich zu, mit der bitte doch noch einmal die karten zu legen.

wer sich einmal einlässt auf diesen bereich, wird ihn scheinbar nicht mehr los. ich war verzweifelt. hab viel geweint und wollte nur noch stille in meinem kopf. am liebsten hätte ich mich einweisen lassen, mich unter drogen setzten lassen nur damit das alles aufhört.

vorallem meine träume quälten mich immer mehr und mehr. eine therapie kann sicher helfen stabil zu werden, aber nur in soweit, wie tatsächlich daran gearbeitet wird. ich mache durch die therapie wundervolle fortschritte und sie hilft mir. aber leider nur sehr langsam. und bald sind die zwei jahre rum und meine therapie wird erstmal beschränkt auf notfallgespräche. also was kommt danach? wie bekämpfe ich das gefühl der einsamkeit? wie kann ich lernen auf mich allein gestellt zu sein.

ansätze sind da .. die sich aber nicht als vollkommen wirkungsvoll erwiesen haben. ich vetraue mich meinen freunden an... ich versuche sie immer öfter zu rate zu ziehen, aber ich merke, dass ich jahre damit verschwendet habe anderen zu zuhören. und jetzt hört mir keiner mehr zu. und da ist ein blockade .. so wie heute zb .. mir gehts nicht gut. ich sitze hier und während des schreibens laufen mir die tränen herunter. meine schwester hat vorher angerufen und gefragt wie es mir geht. geht so .. war meine antwort. sie hat nicht weiter gefragt und ich konnte ihr nicht sagen wie es in mir aussieht. immer das kindergeschrei im hintergrund .. immer ihre eigenen sorgen. und auch sonst .. mir fällt niemand ein mit dem ich reden könnte. und die, mit denen ich rede .. die reden oft nur von sich selbst.

meine gespräche verlaufen oft so, dass ich manchmal anfange zu erzählen wie es mir geht, aber ich dann untergebuttert werde und letzten endes es um den anderen geht. meine therapeutin gab mir tips daran zu arbeiten. ich versuchs, aber es endet immer wieder auf die selbe weiße. manchmal frage ich mich, ob ich lauter egoisten als freunde habe. obwohl ich weiß, dass es nicht so ist.

na ja.. gut .. genug geschrieben *lach* vielleicht weiß ja jemand was zu dem thema oder kann berichten wie er aus der sache rausgekommen ist.

lg tigermaus

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Re: Süchtig nach Kartenlegen - Was kann man dagegen tun?

Beitrag  Grisu am So 1 Feb 2009 - 19:33

Liebe Tigermaus,

wie bekannt mir das alles vorkommt!

Ich habe es zum Großteil geschafft, aber ich bin gerade am überlegen wie.

Ich denke, zum ersten war es, die Situation so wie sie zur Zeit ist, erst mal zu akzeptieren, auch wenn sie alles anderes als schön ist.
Danach habe ich mir gesagt, das will ich nicht mehr, auch versucht mich abzulenken. Wenn der Drang da war anzurufen, sich ein Ziel zu setzten, z.B. heute rufe ich nicht an. Oft sieht es dann am nächsten Tag wieder ein bisschen anders aus.
Die Abstände, der Anrufe immer größer werden lassen. Sich immer wieder ein neues Ziel setzten. Aber auch nicht zu streng mit sich sein, wenn man sein Ziel mal nicht erreicht. Wink

Was bei mir auch hinzukam, ich habe mich von Menschen (in der Arbeit) die sehr neagtiv waren abgewandt, denn ich habe mich viel zu sehr anstecken lassen. Wenn es immer nur darum geht wie schrecklich und sch... alles ist. (Vielleicht solltest Du da mal Deinen Freundeskreis prüfen). Ich habe es früher auch nicht gesehen, aber irgendwann war es einfach zu viel. Immer nur meckern und nichts ändern. Wenn es mir nicht gefällt dann muss ich es ändern. Das geht sicher nicht von heute auf morgen. Aber wenn man mal die Erkenntnis hat, das ist schon viel wert.

Ich habe danach wieder viel mehr Lebensfreude bekommen. Wie oft war ich schlecht gelaunt in der Arbeit alles hat genervt.

Und jetzt habe ich soviel arbeit wie schon lange nicht mehr und ich bin meistens Very Happy
gut gelaunt und es macht spaß.

Ich hatte in irgendeinem dieser vielen schlauen Bücher einmal gelesen, man soll versuchen, wenn es einem mal wieder nicht gut geht, wenn man mal wieder einen Gesichtsausdruck wie sieben Tage regen hat versuchen zu lächeln.

Dazu muss man natürlich erst mal merken, dass man wieder mal ziemlich grieskrämig dreinschaut.

Eines morgens, ich war auf dem Weg zur Arbeit, ist mir das wieder eingefallen, und ich habe versucht zu lächeln. In diesem Moment kam ein Auto vorbei und der Autofahren hat mein lächeln gesehen und hat zurückgelächelt. Das hat mich so gefreut, dass ich gleich noch mehr gestrahlt habe, und dieser Tag hat sehr schön begonnen. sunny

Es sind kleine Schritte, die man macht. Wie gesagt ich kann mich gar nicht mehr genau erinnern, es war ein Prozeß.

Liebe Tigermaus ich knuddel dich

Ich kenne diese Situation nur zu gut.

LG

Doris

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Re: Süchtig nach Kartenlegen - Was kann man dagegen tun?

Beitrag  secret am So 1 Feb 2009 - 19:51

also ich kann gut verstehen wie es dir geht.
habe selbst alle paar tage anrufen müssen, wie unter zwang. wußte immer es könne keinen neuen infos geben, aber alles rauszuquatschen, was sich anstaute, war sehr befreiend. und zu hören "ja, er kommt, er denkt an dich, er ist es..." hat soooo gut getan.
heute weiß ich dass alles, einfach alles, nur seifenblasen waren. seit ich meine geschichte selbst geklärt habe habe ich kein bedürfnis mehr anzurufen. es gab nicht einen berater, der mit seinen deutungen auch nur ansatzweise richtig lag. sie waren alle falsch. das ist das eine. es gibt sicher kartenleger die echt was drauf haben. ich glaube aber die wird man auf keiner line der welt finden. die leute dort ziehen dir mit cleveren gequatsche das geld aus der tasche. das musst du dir wirklich klar machen. steck deine kohle woanders rein. es ist wirklich überall besser angelegt.
jetzt müssen wir noch klären wie du den inneren druck ablassen kannst. vielleicht sind foren, in denen ein reger gedankenaustausch stattfindet, eine hilfe. oder ein aktives hobby. klingt doof, ist aber doch wahr. statt zum telefon zu rennen zum sport oder ähnliches zu gehen hat meiner meinung nach nen ähnlichen effekt. aber dafür braucht man zeit und motivation, die man in dieser stimmung eher nicht hat.
wenn niemand zuhört, dann ein tagebuch führen und darin lesen. ist vielleicht auch ne möglichkeit.
ich würd gern noch sagen, dass wenn du denkst, deine freunde seien egoistisch, obwohl du ja weißt dass es nicht so ist, hast du vielleicht einen für dich interessanten spiegel gefunden, der bearbeitet werden möchte.

also ich kann nur sagen dass ich durch all das drama erst durchkam, als ich klarheit bekommen habe. aber diese klarheit hat mir kein berater geben können, ganz im gegenteil. alle hielten mich mit ihren falschen, illusionorischen aussagen in diesem teufelskreis.
in die spiritualität zurückgeführt zu werden ist richtig für uns, das sollen wir ja auch erkennen. aber wie spirituell sind berater auf einer line, die dich nur gekonnt psychologisch im gespräch halten, aber von DEINEM LEBEN nicht einen deut sehen, wahrnehmen, vorhersehen können??? mal davon abgesehen dass wir solchen - im höchsten maße unspirituellen menschen, die uns vollsten bewußtseins lügenmärchen erzählen - auch noch unendlich viel kohle in den reichlich gierigen rachen werfen, hören wir auch noch auf ihre "ratschläge".... manchmal frag ich mich wie unglaublich blöd ich selbst eigentlich gewesen bin. die lügen und seifenblasen von diesem schlechten mann und dann noch diese angeblichen berater....... nie wieder.

wenn du das nächste mal das telefon in die hand nimmst dann erinner dich daran dass diese leute dir eh nur die sachen sagen, die du hören möchtest und dir das blaue vom himmel versprechen. vielleicht vergeht dir dann die lust.

schau lieber nach guten büchern. keine die dir empfohlen werden, sondern welche dir die in der buchhandlung von selbst in die hand fallen. gibt es esoterische läden in deiner stadt? sprich mit den verkäufern. es gibt gute verkäufer, und diese diskussionen sind aufwühlend, lehrend - aber kosten kein geld.

das ist meine aktuelle sicht der dinge.

die meisten werden wahrscheinlich sagen dass es wahre berater gibt. dazu ist meine antwort nur dass ich persönlich bisher nicht einen einzigen gefunden habe, der bei mir je auch nur ansatzweise richtig lag. schade, aber das ist meine erfahrung.

dir viel glück mit deiner "sucht". es ist ein teufelskreis. eigentlich braucht es nur einen schritt zur seite, um sich abwenden zu können. aber gerade der ist so schwer zu finden und zu tun.....


ps: dem beitrag von grisu stimme ich auch voll zu :)

secret

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Re: Süchtig nach Kartenlegen - Was kann man dagegen tun?

Beitrag  Andy am Mo 2 Feb 2009 - 13:39

Hey Tiger, kann dich sehr gut verstehen, mir ging es ja genauso.

Wie kam ich da raus. Es war ein rausschleichen. Ich hatte das Glück, das ich noch Bekannte hatte, die mir Karten legen konnten. Immer deutlicher wurde mir aber bewusst, das es mir im Grunde doch gar nichts bringt. Man hört tagtäglich das selbe, es geht einem danach eine Weile gut und man fühlt sich bestätigt doch ändern tut sich eigentlich nix. Inzwischen habe ich so gut wie gar kein Bedürfnis mehr, mir die Karten legen zu lassen. Wenn ich das Bedürfnis dennoch habe, dann kann ich das Gespräch mittlerweile schon vorher im Kopf durchgehen: "Sie ist es, alles wird gut, du musst Geduld haben, du musst noch dies machen, du musst noch das machen, blablabla" und dann frag ich mich: Was ändert es, wenn ich jetzt anrufe? Nix. Es geht mir ne Zeit lang gut bis ich dann doch wieder zweifle und erneut anrufe. Also kann ich mir das Gespräch auch gleich sparen. Ich laß mir mittlerweile gar nicht mehr legen und laß die rationalen Gedanken dadurch wieder mehr zu. Wenn sie nicht will oder kann, kann ich es eh nicht ändern.

Ein Unterschied von dir zu mir ist aber noch da: Ich habe kaum noch das Bedürfnis, über meine Geschichte zu reden. Ich habe noch einige Gesprächspartner und wir reden auch über deren und über meine Geschichte. Trotzdem sind die Gespräche eher allgemein gehalten. Aber ich bin nicht einsam wie du, hab nicht unbedingt das Verlangen über meine Geschichte zu reden.

Das mal auf die Schnelle. Muß leider zur Arbeit. Melde mich später evtl. ausführlicher.

LG

Andy

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Re: Süchtig nach Kartenlegen - Was kann man dagegen tun?

Beitrag  Gast am Mo 2 Feb 2009 - 16:48

Hallo Tigermaus,

ich versteh Dich so gut. Ich war eine Zeitlang auch süchtig nach KL, in dieser Zeit habe ich den Beistand gebraucht, weil niemand in meinem näheren Umfeld verstanden hat, um was es eigentlich geht. Auch heute rufe ich eine Stammberaterin so alle 3-4 Monate mal an, wenn irgendwas ansteht, was ich nicht richtig einordnen kann. Mir hilft das immer.
Ja, und wie bin ich weggekommen von der KL-Sucht? Tatsächlich durch eine Kartenlegerin und der von ihr genannten Affirmationen. Ich habe die Affirmation "All meine Ängste...." ca. 3 Monate jeden Tag mind. 50 mal gesprochen und ich bin sowohl aus der Abhängigkeit von Kl als auch von meinem KM rausgekommen. Irgendwann habe ich immer mehr auf meine eigene innere Stimme gehört und mir selbst vertraut.

Warum die Affirmationen wirken, genau weiß ich das nicht. Aber auch wenn es nur dazu dient, den Kopf freizubekommen, das ist doch auch schon gut!

Wenn ich heute schwierige Situationen habe, die mir viel Angst machen, die obige Affirmation hilft mir immer, wieder in meine Mitte zu kommen.

Gruß
Anne

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Re: Süchtig nach Kartenlegen - Was kann man dagegen tun?

Beitrag  Tigermaus am Mo 2 Feb 2009 - 18:02

hi ihr lieben,

ich bin total gerührt davon, dass sich soviele von euch gemeldet haben und ihre meinung mitgeteitl haben. herzlichen dank also dafür!

einige dinge von denen, die vorgeschlagen wurden, habe ich schon versucht. und am besten bin ich tatsächlich damit gefahren, die dinge so zu akzeptieren wie sie sind. das hat mir mal drei wochen am stück ohne kl eingebracht. und das war ein richtig tolles gefühl. aber dann kam mein aktueller km oder wie auch immer man es nennen will dazwischen und ich war wieder am boden zerstört und jetzt reichen kleinigkeiten aus um mich an den rand der verzweiflung zu stürzen.

ich denke das grundproblem ist wirklich, dass ich schwierigkeiten habe mich selbst freunden zu öffnen und alles mir mit herumschleppe. ein kleiner versuch dem entgegen zu wirken ist, hier zu schreiben. aber wer vielleicht meine geschichte liest, wird merken, dass ich ihn nur immer wieder am rande erwähne. und das das was ich fühle, nicht wirklich rüber kommt. zumindest ist das oft mein eigener eindruck, wenn ich das was ich geschrieben habe nochmal durchlese. bei den kartenlegern jedoch kann ich mich öffnen.

vielleicht sollte ich auch wieder beginnen die affirmationen zu machen. und ja, ein tagebuch kann helfen. ich hab auch eine zeitlang immer briefe an meinen km geschrieben, einfach um ihm mit zu teilen, wie es mir geht und was ich ihm gerne sagen würde.

tief in meinem herzen denke ich, dass ich noch an verdammt viel arbeiten muß um das in den griff zu bekommen. und so gerne ich den aussagen der kl glauben möchte .. hier gebe ich secret vollkommen recht. sie wollen alle nur geld verdienen.

am liebsten würde ich alles wegwerfen zu diesem thema und wieder da anfangen, wo ich vor fünf jahren war.

alles liebe
tigermaus

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Re: Süchtig nach Kartenlegen - Was kann man dagegen tun?

Beitrag  Schnucke am Mo 2 Feb 2009 - 19:26

Liebe Tigermaus,

Ich glaube, es gibt kaum jemanden von uns, der mit dieser ganzen Kartenlegergeschichte nicht konfrontiert war. Ich habe mich ja insgesamt sehr tief und intensiv mit dem Thema Sucht/Suche beschäftigt. Ich persönlich finde es wichtig, an den Ursachen der Sucht zu arbeiten, denn sonst verlagert sie sich letztendlich nur, wobei es natürlich "billigere" Süchte gibt. Warum ruft man jemanden an, hauptsächlich denke ich ist es Unsicherheit, mangelndes Vertrauen in sich selbst und in das Leben, nicht Loslassen können, das nicht Annehmen wollen, sich selbst klein machen u.s.w.. Diese Themen mithilfe von Affis, Bachblüten, therapeutisch oder in Eigenregie zu bearbeiten finde ich mit das wichtigste, denn sind die Ursachen behoben, gibt es keinen Nährboden mehr für die Sucht. Natürlich steckt hinter jeder Sucht, auch die Suche nach uns selbst, das Erkennen und Annehmen unserer Selbst INKLUSIVE aller Schwächen, aber auch Stärken. In dem Maße, in dem man innerlich stabiler und stärker wird, lassen auch die Anrufe bei den Beratern nach und im besten Fall löst sich das Problem ganz von selbst, es ist gut, wenn du therapeutische Unterstützung hast und dort gestärkt wirst.

Ich persönlich habe schon seit über einem Jahr meine Berater überwiegend fast nur zum Coachen und Auflösen hinzugezogen, um Klarheit für mich zu bekommen, die meisten der Gespräche hatten mich in meinen Gefühlen bestärkt und ich merkte immer mehr, dass ich meinen Eingebungen trauen kann, ich gestand es mir aber auch völlig zu, wenn ich das noch nicht schaffte.

Wie Grisu schon schreibt, die Suche nach Alternativen, guten Freunden, die dich so nehmen wie du bist und alle Dinge, die dein Vertrauen stärken sind gut. Die Bachblüten Nr.4 Centaury und Nr. 5 Cerato stärken das Vertrauen und den Willen und die Macht über sich selbst wieder zu erlangen, Nr 35 White Cestnut hilft, wenn Gedanken sich im Hamsterrad drehen und man innerlich nicht zur Ruhe kommt.

Falls du für energetische Geschichten offen bist, dann sag Bescheid, es gibt eine sehr tolle Übung aus dem Mahatma-Buch, die ich eventuell hier reinstellen kann, sie gleicht energetisch sehr viel aus, Macht die du in deinem Leben an andere abgegeben hast, kommt zu dir zurück und die welche du anderen genommen hast, geht dort hin zurück, wo sie hingehört. Nach ein paar Tagen kommt man sehr in seine Kraft und Mitte.

Soviel von psychologischer, heilpraktischer und alternativer Sicht.

Bussi,
schnucke

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Re: Süchtig nach Kartenlegen - Was kann man dagegen tun?

Beitrag  Tigermaus am Mi 4 Feb 2009 - 17:40

hi schnucke,

viele dank auch für deinen beitrag.

ich stimme mit dir absolut überein, dass man zuerst die ursachen solcher süchte bekämpfen muß. in meiner therapiestunde heute haben wir auch wieder über dieses thema gesprochen und sind ein gutes stück weiter gekommen. es ist sehr schwierig mit jemanden übers kartenlegen zu sprechen, der so gar nichts davon hält.

ich hatte gestern einen sehr schlechten tag und habe über questico ein medium angerufen. ich habe nur gesagt, dass ich verliebt bin in einen arbeitskollegen und sie sagte: er ist verheiratet und hat zwei kinder.

meine therapeutin meinte dazu nur, dass das nach der wahrscheinlichkeit vermutlich am besten gepasst hätte und die beraterin nur glück gehabt hat. hm.. das kann ich nicht so ganz nach voll ziehen.

tatsache ist, dass ich mich einsam fühle und ein problem damit habe anderen menschen zu vertrauen. nicht jedoch bei den kartenlegern. ich bezahle sie dafür, dass sie mir die "wahrheit" sagen.

meine therapeutin meint auch, dass ich meinen derzeitigen KM oder nennen wir es mal besser herzensmann oder wie auch immer, gar nicht liebe. sondern mich einfach nur sehr nach einer beziehung sehne und das auf ihn projeziere.

ich sollte nettigkeiten und interesse nicht mit liebe verwechseln und mir nicht einreden ich sei verliebt, nur weil der andere mich nett findet.

hm.. ich denke viel darüber nach. ich war schon einmal in einer situation, wo mir unterstellt wurde, ich sei verliebt .. ich wußte aber, dass ich es nicht bin. da war ich mir ganz sicher. jetzt bin ich mir ganz sicher das es anders rum ist. seltsam.

ich muß auf jeden fall wieder mal über vieles nachdenken. und ich habe beschlossen die sache mit den kartenlegern auf jeden fall ernsthaft in angriff zu nehmen. weil es so nicht weitergehen kann. ich muß auch so glücklich werden.

alles liebe tigermaus

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Re: Süchtig nach Kartenlegen - Was kann man dagegen tun?

Beitrag  Schnucke am Mi 4 Feb 2009 - 19:19

Hallo Tigermaus,

Ich denke mal, dass du dich vor allem nach Nähe und Liebe zu dir selbst sehnst und das auf eine Beziehung drauf projezierst und hoffst, dass dir das jemand im Außen gibt. Wichtig ist das einfach erstmal zu erkennen und anzunehmen, denn der Wunsch nach einer Beziehung darf ja trotzdem da sein, nur solange man es noch nicht schafft volle Verantwortung für sich und seine eigenen Bedürfnisse zu übernehmen und sich das was man braucht selbst zu geben, läuft man immer ein wenig Gefahr auch in der Beziehung seine Abhängigkeitsmuster weiterzuleben, den anderen verantwortlich zu machen, zu erwarten und und und. Wenn gewisse Themen von dir selbst aufgelöst sind, hast du natürlich trotzdem Erwartungen und Wünsche an den anderen, aber es ist dann eine andere Energie mit mehr Eigenverantwortlichkeit und Unbhängigkeit, das fühlt sich anders an und man reagiert und handelt dann auch anders und bezieht nicht mehr alles so sehr auf sich selbst.

Lass dir von niemanden einreden, du seist nicht verliebt, wenn du das so fühlst, es kann beides nebeneinander stehen, vielleicht projezierst du wirklich und gleichzeitig liebst du diesen Menschen auch wirklich. Wichtiger finde ich zu schauen, warum man Situationen kreiiert, in denen man leidet und letztendlich nicht das bekommt, was man braucht und warum man sich nicht wichtig genug nimmt aus diesen auszusteigen und zu lernen auch Nein zu sagen z.B. ich liebe dich, aber mit gewissen Dinge, Eigenschaften oder Umständen kann ich einfach nicht, das hab ich zB. bei Julian gemacht, ich mag/lieb ihn, aber mit seiner Schwammigkeit und Unzuverlässigkeit ist nicht mal wirklich ne Freundschaft möglich, mei, ist halt so...dann solls nicht sein, vielleicht checkt er das irgendwann, vielleicht nie, aber soll ich jetzt dasitzen und mein Leben, mein Glück, meine Stimmung von den Verhaltensweisen anderer Menschen abhängig machen und ihnen damit die Macht über mich geben? NEIN, ganz sicher nicht, den ich ganz allein entscheide darüber, wie ich mich fühle und wie ich auf etwas reagiere und ob ich es auf mich beziehe oder ob ich mir gewahr bin, dass es nichts mit mir zu tun hat und ich trotzdem in meinem eigenen Wertesystem entscheide, ob ich es gut finde o nicht, ohne mein Gegenüber dabei zu verurteilen.

Man braucht dabei unendlich vieeeeel Geduld und Ausdauer mit sich selbst, aber mit der Zeit wird es immer besser, man selbst immer freier, selbstbestimmter, zufriedener und glücklicher und du schaffst das ganz bestimmt auch liebe Tigermaus!!!

Bussi

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PS

Beitrag  Schnucke am Mi 4 Feb 2009 - 19:27

Lass dir von nichts und niemanden im Außen irgendetwas einreden, was nicht mit deinem eigenen tiefsten inneren Gefühl konform geht, weder von einem KL, noch von einem Psychologen und selbst von Gott persönlich nicht, eine weise Person wird dich immer darin ermutigen, deinen eigenen Eingebungen zu vertrauen, denn das sollst du lernen und wenn du lernst, dir selbst zu trauen und zu vertrauen, wirst du auch lernen anderen besser zu vertrauen und dich mehr zu öffnen.....also trau dich und nimm Bauchladungen in Kauf und steh danach einfach wieder auf, wie sollen wir lernen, wenn wir nicht probieren und uns nicht trauen, es gibt in dem Sinne auch kein "falsch", sondern einfach nur ein Lernen....

Schnucke

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Re: Süchtig nach Kartenlegen - Was kann man dagegen tun?

Beitrag  Tigermaus am Do 5 Feb 2009 - 18:36

hi schnucke,

vielen dank für deinen beitrag! du hast einige dinge gesagt, die genau richtig sind. ich muß mich selbst annehmen und meine bedürfnisse selbst stillen.

eine zeitlang konnte ich das sehr gut. und dann passierte mir das mit ihm und ich war wieder total verunsichert. anstatt einfach stolz drauf zu sein, dass der bestaussehndste mann der ganzen firma hinter mir her ist! *fg* und ich außerdem auch noch unser gutaussehende sekretärin die hinter ihm her ist, wie ein hund nach der wurst, ausgestochen habe! *ggg*

und anstatt das zu sehen, habe ich lieber andere dinge gesehen .. negative dinge. und anstatt zu sehen, dass er ziemlich verrückt nach mir ist, aber eben leider in einer unglückseeligen ehe festhängt, habe ich meine augen darauf gewendet, dass ich vermutlich nie mit ihm glücklich werden kann.

deswegen rufe ich oft kartenleger an .. um mir wieder die sicherheit zu geben. aber ich muß diese sicherheit einfach nur in meinem herzen wieder finden.

ich hoffe das gelingt mir die nächsten tage.

zum thema ob ich ihn liebe oder nicht .. hm .. da hab ich von andy die anregung bekommen, einen eigene thread darüber auf zu machen. das werde ich nachher auch machen.

lg tigermaus

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Re: Süchtig nach Kartenlegen - Was kann man dagegen tun?

Beitrag  Andy am Mo 9 Feb 2009 - 20:44

Hey Tigermaus,

da du dich entschlossen hast, ein "Kartenleger"-Tagebuch anzulegen (was ich für eine echt gute Idee halte) möchte ich dich zu einer Ergänzung ermuntern. Schreib doch zusätzlich auf, was sie in groben Zügen gesagt haben. Somit kannst du es dann, wenn das Verlangen da ist einen anzurufen, hier nochmal nachlesen und sparst dir damit den einen oder anderen Anruf. Des weiteren stellst du vielleicht fest, das sie immer das gleiche sagen und hörst somit auch ein wenig länger damit auf, sie anzurufen. Wenn du öffentlich nicht schreiben möchtest, was in den Gesprächen gesagt wurde, dann schreib dir doch selber eine PN... dann kannst du es auch nachlesen und keiner bekommt es mit (oder auch ein eigenes Tagebuch, sei es handschriftlich oder im Word-Dokument). Schreib doch auch auf, wieviel das Gespräch gekostet hat und/oder, wie lange es dich beruhigte bis die Unruhe wieder anfing. Schreib wirklich mal ein Tagebuch (vor allem für dich, um zu erkennen, warum du anrufst, was sie dir nehmen bzw. geben und überleg dann, ob du dir das nicht selber geben kannst) und lese es dir, vor allem wenn der unbändige Drang des Anrufen wollens da ist, vorher nochmal durch. Nur mal als Anregung ;-)

LG, Andy

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Re: Süchtig nach Kartenlegen - Was kann man dagegen tun?

Beitrag  Tigermaus am Di 10 Feb 2009 - 19:05

huhu andy,

vielen lieben dank für deine anregungen! einige der anregungen führe ich schon länger, andere werde ich jetzt aufnehmen. zuerst habe ich damit begonnen mir die kosten immer wieder zu notieren, einfach um auch einen überblick zu behalten wieviel ich tatsächlich ausgebe. aber oft trickst man sich doch selbst dabei aus. und schreibt es erst viel später auf .. oder nach dem zweiten oder dritten gespräch.

was ich jetzt wieder angefangen habe, ist wirklich jeden tag einen brief an ihn zu schreiben in dem ich ihm sage was ich fühle und das schriftlich festhalte. einfach auch um nicht das gefühl haben zu müssen, etwas zwischen uns wäre ungesagt geblieben. außerdem schreibe ich einer sehr guten freundin jeden tag in ein kleines heft einen brief (wahrscheinlich bekommt sie die nie zu lesen) aber es tut gut sich noch mal jemand anvertrauen zu können.

das tagebuch hier hat für mich vorallem den zweck der öffentlichkeit. weil ich dann eben den druck habe ein stück weit vor euch bestehen zu müssen. nicht schwach zu werden. das hilft mir zwar nur in geringem maße, aber ich spüre das es hilft.

die idee von dir, mir irgendwo zu notieren was die kartenleger sagen, ist eine prima idee und werde ich mit aufnehmen! vielleicht nicht gerade öffentlich. aber in den briefen an ihn könnte ich es gut mit einbauen. und so könnte ich nochmal alles nachlesen. vielen dank also!

lg tigermaus

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Süchtig nach Kartenlegen

Beitrag  wupper am Fr 24 Apr 2009 - 8:36

Hallo Andy,

habe selber mir mehrmals die Karten legen lassen und andere div. Sachen ausprobiert wie Hellsehen etc..

Mir ist auch aufgefallen das jeder Berater etwas anderes sagt mir wurde alles mögliche vorrausgesagt, teilweise sind die Prognosen auch eingetroffen, teilweise war schwachsinn dabei und einige Kartenleger und angebliche Top Experten haben versucht mich runterzuziehen.

Wenn du meinst das du süchtig bist, dann melde dich doch einfach bei Viversum und Co ab, und kündige deine Mitgliedschaften.

Und laße die 0900 er und 11er nummern von deinem Telefonanbieter sperren. Dies geht ganz einfach mit einem Anruf bei deinem Telefonanbieter oder online.

Lg und ein schönes We

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Re: Süchtig nach Kartenlegen - Was kann man dagegen tun?

Beitrag  Tigermaus am Fr 8 Mai 2009 - 15:45

hi wupper,

das ist so eine sache mit den süchten. klar kann man einfach sagen: ruf nicht mehr an, melde dich dort ab.

aber ganz so einfach ist es nicht. es ist wie beim rauchen, überall kann man zigaretten bekommen, wenn ich mir selbst keine mehr kaufe, heißt das noch lange nicht dass ich aufhöre. und selbst dann ist die gefahr da, dass du in den nächsten laden stiefelst und dir doch wieder welche kaufst.

wenn es so einfach wäre damit auf zu hören, dann wäre es vermutlich auch keine richtige sucht.

ich habe jetzt einiges versucht. ich denke das wichtigste ist eigentlich, dass ich verstehe, dass niemand die zukunft wirklich voraussehen kann und dass ich die sicherheit die ich mir wünsche nie haben werde und auch nicht brauche.

alles liebe tigermaus

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